Meike en Perú

... eine Reise nach Südamerika

Mittwoch, 7. November 2007

Más de Cajamarca

Oh man, das Wetter hier ist wirklich gewoehnungsbeduerftig: Es schwankt von 30Grad am Morgen und Mittag bis zu kalten 10Grad mit Regen am Nachmittag... Da muss man morgens wirklich planen, was man so anzieht.

Auf jeden Fall war ich am Sonntag mit Samy bei strahlendem Sonnenschein bei der Santa Apolonia hier in Cajamarca, einer kleinen Kirche mit einem wunderschoenen Park!! Das Ganze liegt auf einem kleinen Berg und es ist schon recht anstrengend da hochzukommen, aber einmal oben, hat meine eine wunderschoene Aussicht auf ganz Cajamarca!! Zusaetzlich gibt es dort den "Silla del Inka", einen steinernen Thron der Inka mit einem Sonnensymbol, auf dem schon der letzte Inka-Herrscher Atahualpa gesessen und die Stadt ueberwacht haben soll, bevor die Spanier Cajamarca und das ganze Inka-Reich erobert haben (s. links)... Es war auf jeden Fall total schoen und die erste historisch kulturelle Attraktion, die ich hier gesehen habe... Moechte mir aber moeglichst in naher Zukunft auch noch die Baños del Inka ('ne Art Frei- oder Thermalbad, mit ganz heissem Wasser) und die Ventanillas de Otuzco angucken. Dieses Wochenende fahre ich allerdings erstmal nach Trujillo, um Sarah zu besuchen und um ein paar schoene Tage in der Sonne (hoffe ich zumindest) zu verbringen:-)!

Mein Praktikum macht mir auch weiterhin Spass!! Letzte Woche hatte der Chef der Demuna Geburtstag und alle Mitarbeiter versammelten sich, um es ein wenig zu feiern, aber das war irgendwie ganz anders als in Deutschland. Keiner hat gesungen und zwei Leute haben eine kleine Rede gehalten, die sich allerdings recht trist angehoert haben... Angestossen wurde uebrigens nicht mit Sekt o.ae., sondern mit Inka-Cola, einem viel zu suessem, giftgelbem Getraenk, das fuer mich eine Mischung aus HubbaBubba und Zahnarzt ist, aber das scheint hier ueberall total beliebt zu sein...

Mittlerweile bin ich auch nachmittags bei der Asociación Brillar, wo ich in einem Kinderheim arbeite. Es macht mir sehr viel Spass, aber es ist auch sehr anstrengend, wenn 15 kleine Maedchen auf mich zugestuermt kommen und alle das Gleiche fragen: "Wo kommst du her?", "Wie heisse ich auf Englisch?" (das fragen wirklich ALLE), "Sind deine Haare und Augen echt?". Da ist es schon etwas schwer alles zu erklaeren, zumal sie keine geographischen Kenntnisse haben und, nachdem ich erzaehlt habe, dass ich aus Deutschland komme, mich fragten, ob ich mit dem Auto oder zu Fuss nach Peru gekommen bin. Fuer sie bin ich einfach weiss=Gringa=USA (aber auch das waere zu Fuss recht weit;-)...). Auf jeden Fall werde ich nun jeden Tag von 15 bis 18Uhr in diesem Heim sein und mit den Maedchen ihre Hausaufgaben machen, mit ihnen spielen (habe sogar schon einen (klapprigen) Basketballkorb entdeckt:-)) und sonst so das machen, was gerade ansteht... Heute zum Beispiel habe ich angefangen einem 15jaehrigen Maedchen lesen und schreiben beizubringen, obwohl das sehr schwer ist, weil es 1.natuerlich auf Spanisch ist und 2. wo soll ich anfangen?! Aber es ist auf jeden Fall etwas, was mir Spass macht und wo ich auch merke, dass es etwas bringt!!

Also insgesamt gefaellt es mir wirklich gut, denn morgens die Arbeit bei der Demuna stellt fuer mich den recht theoretischen Teil dar mit zuhoeren und verstehen und nachmittags kann ich dann richtig mit den Kindern zusammenarbeiten und ihnen helfen.

Uebrigens habe ich letzte Woche meine erste nicht so gute "Deutsch-Erfahrung" gemacht. Ein Mitarbeiter der Demuna meinte zu mir: "Aus Deutschland kommst du? Achja, das Land der Rassisten! Heil Hitler!"! Im ersten Moment war ich einfach sehr baff, so wurde ich bisher nirgendwo "begruesst". Einmal habe ich bisher in Trujillo mit Sarah in einem Laden gesehen, dass dort Hakenkreuze verkauft wurden und auf unsere Frage, warum und ob sie denn wuessten, fuer was es steht, meinte die Verkaeuferin nur, dass den Leuten es gefaellt und sie auch wuessten, was es bedeutet (was wir allerdings stark bezweifelten!). Viele Peruaner wissen halt sehr wenig von Deutschlands Vergangenheit und Gegenwart und werfen dann einfach das ein, was sie mal irgendwo aufgeschnappt haben, auch wenn es wenig sensibel ist...
Sonst ist es sehr interessant, was die Peruaner von Deutschland kennen:
- Franz Beckenbauer
- Juergen Klinsmann
- Beethoven
- das Oktoberfest in Muenchen und
- den Kiez in Hamburg (warum auch immer... "Da gibt es doch so'ne Strasse nur fuer Maenner!?")...

So, mache mich dann mal auf den Weg zu meinem allabendlichen "pollo y arroz" (Haehnchen und Reis)!

Muchos saludos desde Cajamarca!!!

0 Kommentare:

Kommentar posten

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite